четверг, 29 ноября 2018 г.

Morbus Sudeck

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Wenn nach einer harmlosen Verletzung oder einer Operation auf einmal starke Schmerzen im betroffenen Arm oder Bein auftreten, kann Morbus Sudeck dahinterstecken. Lesen Sie hier, was über die Ursachen dieser Nervenkrankheit bekannt ist, wie sie behandelt wird und wie die Heilungschancen sind.

Was ist Morbus Sudeck?

Was sind die Ursachen von Morbus Sudeck?

Was sind die Symptome?

Wie erkennt der Arzt Morbus Sudeck?

Wie wird Morbus Sudeck behandelt?

Wie kann ich vorbeugen?

Wie sind die Heilungschancen bei Morbus Sudeck?
Was ist Morbus Sudeck?

Morbus Sudeck, komplexes regionales Schmerzsyndrom bzw. complex regional pain syndrome (CRPS), sympathische Reflexdystrophie und Algodystrophie: Alle diese Begriffe bezeichnen dieselbe Krankheit. Laut Definition ist ein Morbus Sudeck gekennzeichnet durch starke, langanhaltende Schmerzen, die meist in der Folge einer Verletzung oder einer Operation auftreten.

Dabei spielt es keine Rolle, wie schwer die vorangegangene Verletzung des Gewebes war: Auch eine vermeintlich harmlose Prellung, Verstauchung oder ein Bänderriss, aber auch Routine-OPs, etwa beim Karpaltunnelsyndrom, einem Handgelenksbruch und Hallux valgus, können dieses Gesundheitsproblem nach sich ziehen. Typischerweise tritt das komplexe regionale Schmerzsyndrom im Bereich von Armen und Beinen bzw. Händen und Füßen auf. Es ist immer auch mindestens ein Gelenk betroffen.

Man geht davon aus, dass etwa zwei bis fünf Prozent aller Patienten, die sich an Armen oder Beinen verletzen, ein komplexes regionales Schmerzsyndrom entwickeln. Dies entspricht in etwa einer Häufigkeit von jährlich fünf bis sechs Fällen pro 100.000 Einwohner.

Auffallend häufig tritt ein Morbus Sudeck zwischen dem 40. und 50. Lebensjahrauf, aber auch Kinder können an dieser Krankheit leiden. Bei Frauen und Rauchern wird die Diagnose öfter gestellt als bei Männern und Nichtrauchern. Benannt wurde die Erkrankung nach dem deutschen Chirurgen Paul Sudeck, der dieses Gesundheitsproblem Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals beschrieb. Die Symptome werden in folgende drei Stadien eingeteilt:
entzündliches Stadium
dystrophes Stadium und
atrophes Stadium.

Allerdings durchläuft nicht jeder Patient alle drei Stadien: Eine Heilung ist vor dem Erreichen des dritten Stadiums möglich.
Was sind die Ursachen von Morbus Sudeck?

Warum manche Menschen nach äußeren Einwirkungen wie Knochenbrüchen, Quetschungen, Verrenkungen oder Operationen die schmerzhafte Nervenkrankheit Morbus Sudeck entwickeln, ist noch immer völlig unklar. Besonders häufig wird das komplexe regionale Schmerzsyndrom nach einer distalen Radiusfrakturbeobachtet, also nach einem handgelenksnahen Bruch der Speiche.

Auch das schmerzhafte Einrenken von ausgekugelten Gelenken, einengende Verbände, längeres Ruhigstellen der Gliedmaßen und unbehandelte Schmerzennach einem Knochenbruch scheinen das Risiko für die Sudecksche Krankheit zu erhöhen. Steht die Problematik in Zusammenhang mit einer vorangegangenen Nervenverletzung, liegt CRPS Typ II vor. Alle anderen Fälle von Morbus Sudeck werden CRPS Typ I zugeordnet.

Wahrscheinlich steckt eine gestörte Schmerzweiterleitung im zentralen Nervensystem hinter den starken Schmerzen. Durch eine Fehlregulation des Sympathikus wird der Heilungsprozess beeinträchtigt: Im Bereich des verletzten Gewebes kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von schmerzverursachenden Substanzen, zusätzlich wird Wasser eingelagert, etwa in Form eines Knochenmarködems. Die Funktionsfähigkeit der betroffenen Körperregion wird dadurch eingeschränkt. Warum dies bei Morbus-Sudeck-Patienten der Fall ist, weiß man allerdings noch nicht. Ob auch psychische Faktoren wie Depressionen, Ängste und Stress die Entwicklung von Morbus Sudeck begünstigen, ist unter Experten umstritten.
Was sind die Symptome?

Wie bereits erwähnt, wird Morbus Sudeck in drei Stadien eingeteilt, die sich allerdings nicht immer klar voneinander abgrenzen lassen. Zu den ersten Symptomen gehören unverhältnismäßig starke Schmerzen in den betroffenen Extremitäten. Sie verstärken sich meist durch Bewegung und Belastung, etwa beim Sport, und werden selbst bei leichten Berührungen deutlich schlimmer. Dazu können eine Rötung der Haut, eine Schwellung und eine Überwärmung des entsprechenden Gelenks kommen. All dies sind eigentlich klassische Entzündungsmerkmale, dennoch sind die Entzündungswerte im Blut bei Morbus Sudeck nicht erhöht. Begleiterscheinungen können Krämpfe, Zittern, vermehrtes Schwitzen und Koordinationsstörungen sein.

Im weiteren Verlauf der Krankheit nehmen die Schmerzen ab, die Haut wirkt nun eher kühl und blass. Die Muskulatur baut immer mehr ab, die Gelenke versteifen sich, die Knochen werden entkalkt und der Patient verspürt unter Umständen ein Taubheitsgefühl. Zusätzlich lassen sich oft Veränderungen beim Wachstum von Nägeln und Körperbehaarung beobachten.

Ist das Endstadium erreicht, kann es durch den Gewebeschwund von Haut und Muskeln zur vollkommenen Versteifung und Funktionslosigkeit der betroffenen Gelenke kommen. Dies kann eine (Teil-)Invalidität bzw. eine Berufsunfähigkeit des Betroffenen bedeuten. Der Patient kann dann in vielen Fällen nicht mehr arbeiten und hat Anspruch auf eine Rente wegen vollständiger oder zumindest teilweiser Erwerbsminderung.

Wie erkennt der Arzt Morbus Sudeck?

Die Diagnose der Sudeck-Krankheit gehört in die Hände von erfahrenen Spezialisten. Denn: Die Symptome sind vielfältig und ähneln denen vieler anderer Krankheiten, etwa Rheuma, einer Arthrose, Thrombose oder dem Kompartmentsyndrom.

Um andere Ursachen für die starken Schmerzen in den Gliedmaßen auszuschließen, wird der Arzt seinem Patienten zunächst einige Fragen stellen, zum Beispiel: Wie lange bestehen die Schmerzen schon? Gab es in der betroffenen Körperregion zuvor eine Verletzung oder wurden Sie dort vor kurzer Zeit operiert? Welche Medikamente nehmen Sie? Es handelt sich bei Morbus Sudeck also um eine sogenannte Ausschlussdiagnose.

Auf die Anamnese folgt die körperliche Untersuchung. Es können verschiedene bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung, eine Kernspin- bzw.Computertomografie oder eine Drei-Phasen-Skelettszintigrafie angeordnet werden. Außerdem wird der Arzt die Haut rund um die schmerzende Stelle genau untersuchen: Starkes Schwitzen, ein verstärktes Haarwachstum und ein auffallender Temperaturunterschied zwischen der erkrankten und der gesunden Gliedmaße sind typisch für Morbus Sudeck.
Wie wird Morbus Sudeck behandelt?

Da nichts über die Ursache der Sudeck-Krankheit bekannt ist, werden durch die Therapie lediglich die Symptome bekämpft. Ziel der Behandlung ist es, dem Patienten die Schmerzen zu nehmen und die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern. Dazu kommt in der Regel eine Kombination aus Medikamenten, Ergotherapie, Physiotherapie und Psychotherapie zum Einsatz. Das heißt, Experten aus verschiedenen Disziplinen arbeiten zusammen, um dem Betroffenen zu helfen.

Zunächst gilt es, die Lebensqualität des Patienten mithilfe einer gezielten Schmerztherapie wiederherzustellen. Es können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, bei stärkeren Beschwerden auch Opioide verschrieben werden. Außerdem soll dem Abbau der Knochensubstanz und Wassereinlagerungen medikamentös entgegengewirkt werden. Wärmebehandlungen können den Schmerz verstärken und sind daher bei Morbus Sudeck nicht sinnvoll.

Um die Beweglichkeit des Patienten zu schulen, können verschiedene Maßnahmen wie Lymphdrainagen, Krankengymnastik und Wassergymnastik durchgeführt werden. Im Zuge der Ergotherapie wird dann versucht, die gewohnten Bewegungsabläufe wiederherzustellen und die übermäßige Schmerzempfindlichkeit der betroffenen Körperregionen zu minimieren. Eine zusätzliche psychotherapeutische Behandlung kann sinnvoll sein, um zu lernen, mit der Erkrankung und den einhergehenden chronischen Schmerzen besser umzugehen. Ergänzt werden kann diese kombinierte Therapie durch alternative Heilmethoden wie Akupunktur oder Homöopathie.
Wie kann ich vorbeugen?

Grundsätzlich kann man dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom nicht gezielt vorbeugen, da über die Entstehungsmechanismen dieser neurologisch-orthopädisch-traumatologischen Erkrankung bisher nichts bekannt ist. Es ist jedoch möglich, das Risiko einer Erkrankung zu verringern. Da Raucher häufiger betroffen sind als Nichtraucher, ist es empfehlenswert, Tabak und Nikotin zu entsagen.

Generell senkt eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und wenig Alkohol das Krankheitsrisiko und stärkt das Wohlbefinden. Um Morbus Sudeck vorzubeugen ist es außerdem ratsam, auf alle nicht medizinisch notwendigen Operationen zu verzichten. Treten die ersten Symptome auf, sollte möglichst schnell eine Therapie begonnen werden, um die Heilungsaussichten zu verbessern.
Wie sind die Heilungschancen bei Morbus Sudeck?

Je eher die Krankheit diagnostiziert und eine Behandlung begonnen wird, desto günstiger ist die Prognose. Die Heilungschancen bei rechtzeitigem Therapiebeginn liegen bei etwa 85 Prozent, bei Kindern sind die Aussichten meist sogar noch besser. Und selbst wenn die Krankheit nicht vollständig geheilt werden kann, stellt sich doch bei den meisten Patienten im Laufe der Therapie eine deutliche Besserung der Symptome ein.

Ohne geeignete Therapie verläuft die Sudeck-Krankheit allerdings chronisch, manchmal folgt auch auf eine kurzzeitige Linderung der Schmerzen eine Verschlechterung der Symptome. Es ist daher wichtig, die angeordneten Maßnahmen konsequent durchzuführen und geduldig zu sein: Selbst kleine Fortschritte sollten als Erfolg gewertet werden.


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