вторник, 2 октября 2018 г.

Platzangst (Agoraphobie)

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Angst vor Menschenmassen, Angst vor der Kasse im Supermarkt – Platzangst hat viele Gesichter. Nicht immer muss diese Angststörung behandelt werden. Beeinträchtigt die Phobie jedoch die Lebensqualität, ist dringend Hilfe nötig.

Was ist Platzangst?
Was sind die Ursachen von Platzangst?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt Platzangst?
Wie wird Platzangst behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Platzangst?
Was ist Platzangst?

Die Definition von Platzangst ist eine Angst vor Menschenmengen und großen Plätzen. Sie ist in der Bevölkerung sehr weit verbreitet: Viele Menschen kennen das ungute Gefühl, wenn man sich zwischen Hunderten anderer Menschen eingeengt fühlt und keine Luft mehr zum Atmen hat oder in einer Situation keine Fluchtmöglichkeit sieht.

Doch nicht in allen Fällen ist diese momentane Angst auch krankhaft. Denn während die meisten Menschen in solchen Situationen dennoch die Ruhe bewahren, erleben andere plötzliche Panikattacken oder meiden Menschenansammlungen schon vorsorglich. In sehr schweren Fällen verlassen Erkrankte ihre Wohnung nicht mehr und isolieren sich lieber von der Außenwelt.

Etwa fünf Prozent der Bevölkerung leiden irgendwann unter einer Form der Platzangst. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Bei den meisten tritt Platzangst begleitet von einer Panikattacke erstmals im Alter von etwa 25 Jahren auf.

Platzangst: Agoraphobie oder Klaustrophobie?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort Platzangst für verschiedene Phobien verwendet. Es besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Angststörungen Agoraphobie und Klaustrophobie:
Agoraphobie: Die Angst vor großen Plätzen und Menschenansammlungen wird als Agoraphobie bezeichnet. Das Wort „agora“ kommt aus dem Griechischen und heißt „Marktplatz“. Hiermit ist also wirklich die Angst vor einem großen Platz gemeint.
Klaustrophobie: Eine Klaustrophobie, umgangssprachlich Platzangst, ist eigentlich genau das Gegenteil der Agoraphobie, nämlich die Angst vor engen Räumen, beispielsweise einem Aufzug oder Flugzeug. Also geschlossene Räume, aus denen es kein Entrinnen gibt. Das Wort leitet sich aus dem Lateinischen ab, „claustrum“ bedeutet Verschluss oder Käfig. Klaustrophobie ist also die Angst vor zu wenig Platz, beziehungsweise vor dem Raum selbst. Deshalb ist das gebräuchliche Wort Platzangst eigentlich nicht korrekt: Raumangst wäre die richtige Bezeichnung.

Die beiden Begriffe werden gerne durcheinander gewürfelt. Die genaue Unterscheidung ist jedoch besonders für den Arzt und die entsprechende Therapie wichtig.

> Soziale Phobie: Angst vor Mitmenschen
Was sind die Ursachen einer Agoraphobie?

In manchen Situationen Angst zu haben, ist eine ganz normale Reaktion des Körpers. Nur so können wir Gefahren aus dem Weg gehen und das eigene Leben schützen. Bei manchen Menschen nimmt diese Angst jedoch krankhafte Züge an und äußert sich in übertriebener Weise – vor allem völlig unbegründet. Die Ursache für Platzangst ist meist das Zusammentreffen mehrerer Faktoren, wie
genetische Veranlagung, allgemeine Anfälligkeit für psychische Störungen
erlerntes Verhalten, beispielsweise von den Eltern
traumatische Erlebnisse, beispielsweise der Tod eines Familienmitglieds oder der Verlust des Jobs
Verknüpfung von früheren Erlebnissen mit der angstauslösenden Situation
ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, den sogenannten Neurotransmittern

Manchmal gehört ein erster Anflug von Platzangst auch zu den Gründen, warum sich daraus eine richtige Phobie entwickelt. Hat eine betroffene Person beispielsweise in einer Menschenmenge Kreislaufprobleme und Übelkeit,verbindet sie diese Symptome mit der Situation und wird sie beim nächsten Mal lieber vermeiden. Dadurch können sich die Symptome bis zur Panik steigern. Diese Erwartungsangst verursacht einen Teufelskreis, aus dem Betroffene nur mit ärztlicher Hilfe wieder hinausfinden.

Oft ist die Platzangst nicht die einzige psychische Erkrankung: Betroffene leiden häufig auch unter anderen Ängsten oder psychischen Störungen, wie Depressionenoder Alkoholabhängigkeit.
Was sind die Symptome?

Wer unter Platzangst leidet, kennt die Panikattacken, die meist plötzlich und völlig unbegründet auftreten. Betroffene steigern sich in diese Anfälle hinein, obwohl gar keine echte Bedrohung oder Gefahr besteht. Schon allein der Gedanke an eine der gefürchteten Situationen verursacht Symptome wie
Herzrasen
Schweißausbrüche
Atemnot
Schwindel bis hin zur Ohnmacht
Zittern
Übelkeit
Todesangst

Außerdem kommt es bei einer Agoraphobie häufig zu folgendem Verhalten:
Die Betroffenen befürchten, in Menschenmassen oder an öffentlichen Plätzen nicht fliehen zu können und die Kontrolle zu verlieren.
Eine weitere Angst ist, dass ihnen niemand hilft, wenn es ihnen plötzlich schlecht geht und sie beispielsweise einen Herzanfall oder Kreislaufkollaps erleiden.
Auch die Befürchtung, sich in der Öffentlichkeit zu blamieren, ist weit verbreitet.


Deshalb bleiben sie lieber zu Hause statt sich in öffentliche Verkehrsmittel oder zu Veranstaltungen zu wagen. Sie meiden Supermärkte, Bus und Bahn, Konzerte, Theater oder einfach generell die Straße vor der Haustüre.
Wie erkennt der Arzt Platzangst?

Obwohl vielen Betroffenen bewusst ist, dass ihre Angst keinen realen Grund hat und dadurch ihre Lebensqualität einschränkt, gehen sie nicht zum Arzt, Psychiater oder Psychotherapeuten. Dabei kann eine geeignete Therapie helfen, die Platzangst zu besiegen. Die besten Heilungschancen bestehen, wenn die Phobie bereits bei den ersten Anzeichen behandelt wird. Warten die Betroffenen zu lange, wird die Platzangst chronisch und die Panikattacken immer stärker. Betroffene können vorab selbst einen Platzangst-Test machen, um zu erfahren, ob sie eine Tendenz zur Agoraphobie haben. Ist das Ergebnis positiv, sollte unbedingt ein Therapeut aufgesucht werden.

So verläuft die Untersuchung

Für die Diagnose führt der Arzt oder Psychotherapeut erst einmal ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Dabei versucht der Arzt herauszufinden, ob neben der Platzangst vielleicht noch weitere psychische Erkrankungen, wie Depressionen, vorliegen.

Durch eine körperliche Untersuchung wird zusätzlich abgeklärt, ob die Ursache für die Platzangst nicht eine Schilddrüsenüberfunktion oder andere Erkrankung sein könnte. Dazu wird Blut abgenommen, um die entsprechenden Werte zu testen. Zusätzlich kann der Arzt ein EKG anordnen, um die Herzfunktion zu überprüfen.

Ein Angsttagebuch kann dem Therapeuten bei der Diagnose und Therapie helfen. Dabei schreibt der Patient Dauer, Art und Auslöser seiner Angstzustände möglichst detailliert auf.
Wie wird Platzangst behandelt?

Wichtig ist: Je früher mit der Behandlung der Platzangst begonnen wird, umso besser kann sie geheilt werden. Denn wer zu lange wartet, vertieft sich immer mehr in einen Teufelskreis der Angst und vermeidet zunehmend die Situationen, die Panik verursachen: der Weg zur Arbeit, ein Treffen mit Freunden, einkaufen im Supermarkt. Ist die Lebensqualität bereits sehr stark eingeschränkt, kann die Therapie entsprechend länger dauern.

Je nachdem, wie fortgeschritten die Platzangst bereits ist, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten:
Verhaltenstherapie: Sehr bewährt hat sich die Verhaltenstherapie, bei der die Betroffenen Schritt für Schritt allmählich mit den angstauslösenden Situationen konfrontiert werden.
Psychotherapie: Um tieferliegende Ursachen der Ängste zu erforschen und zu beseitigen, kann bei schweren Fällen der Angststörung eine Psychotherapie notwendig sein.
Medikamente: Unterstützend kann der Arzt Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, verabreichen. Sie stellen im Gehirn das Gleichgewicht der verschiedenen Botenstoffe wieder her.
Homöopathie: Zur Beruhigung sind auch spezielle Globuli hilfreich, die gegen die Panik-Symptome eingenommen werden können. Die Globuli heilen die Platzangst jedoch nicht, sondern lindern nur die Symptome.
Selbsthilfegruppe: In einer Selbsthilfegruppe mit Leidensgenossen können die Betroffenen offen über ihre Probleme reden – für viele ein erster Schritt, sich der Platzangst zu stellen und sie zu bekämpfen.

Zusätzlich hilft es den Betroffenen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren und sich viel an der frischen Luft zu bewegen. Ausdauersport, zum Beispiel Joggenoder Radfahren, wirkt sich positiv auf die nervliche Verfassung aus. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung trainieren außerdem die Fähigkeit, sich in angespannten Situationen besser entspannen zu können.

> Yoga: Welche Form passt zu mir?

> Stress lass nach: Progressive Muskelentspannung
Wie kann ich vorbeugen?

Einer Platzangst kann man nicht vorbeugen. Machen sich jedoch die ersten Anzeichen bemerkbar, sollten Betroffene möglichst schnell reagieren. Denn durch eine frühzeitige Therapie kann verhindert werden, dass sich die Ängste zur Panikstörung entwickeln und das alltägliche Leben einschränken.

Bei leichten Symptomen können bereits gewisse Entspannungstechniken helfen, die Situation besser zu meistern und die Angst zu reduzieren. Ist die Platzangst bereits fortgeschritten, sollte der Betroffene rechtzeitig einen Psychotherapeut um Rat fragen.
Wie sind die Heilungschancen bei Platzangst?

Die Heilungschancen für Platzangst sind recht gut. Je früher der Arzt die Platzangst untersuchen und erkennen kann, umso schneller können die Betroffenen ihre Angststörung wieder loswerden.

Deshalb gilt: Schon die kleinsten Anzeichen sollten ernstgenommen werden, damit eine geeignete Therapie frühzeitig gegensteuern kann. Dadurch bleibt den Betroffenen ein langer Leidensweg erspart.

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